Rotkreuzschulen: Pflegeschule Erding
Barrierefrei Wohnen im Alter
Erding I 22.04.2026

Menschen mit einem Handicap oder mit zunehmendem Alter haben meist körperliche, manchmal auch kognitive Einschränkungen. Wer schwindelig ist, öfters mal etwas vergisst, schlecht hört oder sieht, benötigt Unterstützung - sei es durch Hilfsmittel und/oder durch Pflegende. Als zukünftige Pflegefachfrauen und -fachmänner lernen die Auszubildenden der Berufsfachschule für Pflege mit Menschen aller Altersstufen kompetent umzugehen. Einfache Maßnahmen und Hilfsmittel können die professionelle Pflege dabei unterstützen und den Betroffenen weitestgehende Selbstbestimmung ermöglichen.
Um „ihren“ Auszubildenden einen Überblick über diese Maßnahmen und Hilfsmittel zu geben, begleiteten Kerstin Sievers und Phuong Nguyen den Kurs in das Kompetenzzentrum Barrierefreies Wohnen. Zur Vorbereitung auf die Exkursion hatten die Lehrerin für Pflege und ihre Kollegin Arbeitsaufträge formuliert. Die Azubis sollten sich im Vorfeld über mögliche Hilfsmittel bei motorischen, kognitiven, auditiven und visuellen Einschränkungen informieren. Zudem sollten sie zu Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen in den Bereichen Schlafen, Wohnen, Bad, Küche und Treppen recherchieren und in Erfahrung bringen, ob es im Landkreis eine kommunale Wohnberatung gibt. Sievers und Nguyen wollten wissen, was hinter „enna“ (digitale Teilhabe für Senioren) steckt und wie die rechtlichen Grundlagen zur Verordnung von Hilfsmitteln aussehen. „Pflegefachkräfte im ambulanten Bereich sind seit 2022 legitimiert (§ 40 Abs. 6 SGB XI), bestimmte Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel direkt und ohne ärztliche Verordnung zu empfehlen. Kenntnisse über diesen Bereich zählen mit zur Expertise von Pflegefachkräften“, so Sievers.
Nach der theoretischen Recherche machte sich der Kurs auf den Weg in das Kompetenzzentrum. Die Ausstellung „Wohnen im Alter“ in München Milbertshofen bietet sowohl Menschen, die mit gesundheitlichen Einschränkungen konfrontiert sind, als auch Fachkräften, die in die Versorgung dieser Personengruppe involviert sind, ein breites Informationsspektrum. Die in die Bereiche Schlafen, Wohnen, Bad und Küche unterteilte Ausstellung zeigt nicht nur Hilfsmittel wie Treppenlifter oder barrierefreie Bäder. Sie macht auch auf einfache Maßnahmen wie Kabel oder Teppiche als gefährliche Stolperfallen aufmerksam. Für die angehenden Pflegefachkräfte war es unter anderem sehr lehrreich, Hilfsmittel wie eine Treppensteighilfe unter Anleitung ausprobieren zu können. „Interessant, sich ein Bild machen zu können, wie sich der Patient fühlt, wenn er so etwas benutzt“, sagt Bianka Heine, die sich fest vorgenommen hat, die Ausstellung immer wieder mal zu besuchen. Ihre Kurskollegin Susanne Zilonka findet es sehr positiv, dass es die Beratungsstelle, getragen von Stadtteilarbeit e.V. gibt. „Die richtigen Hilfsmittel ermöglichen Menschen mit Behinderung und älteren Menschen mit und ohne Demenz weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können und fördern zugleich den Erhalt der Selbstständigkeit.“
Das Team der Berufsfachschule für Pflege Erding legt oberste Priorität darauf, ihre Auszubildenden auf die zukünftigen Aufgaben als Pflegefachfrauen und -fachmänner umfassend vorzubereiten. „Die generalistische Pflegeausbildung befähigt, in allen Bereichen des Gesundheitswesens tätig zu werden und mit Menschen aller Altersstufen, vom Säugling bis zum Hochbetagten, kompetent umzugehen“, betont Sievers und freut sich darüber, dass die Auszubildenden mit großem Interesse und vielen Fragen an der Exkursion teilgenommen haben.

Verfolgt die Aktivitäten unserer Schwesternschaft und ihrer Einrichtungen auch auf Facebook und Instagram!