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    Der Schutz unserer Patienten, Bewohner und Mitarbeiter steht für uns weiterhin an erster Stelle. Nachfolgend finden Sie alle wichtigen Informationen zu Hygienemaßnahmen, Besuchszeiten und zur allgemeinen Situation in der Parkresidenz Helmine Held. Vielen Dank für Ihr Verständnis, dies ist nur zum Wohl Ihrer Angehörigen!

Weniger Beruhigungsmittel bei Demenz ist oft mehr

Parkresidenz Helmine Held startet Beteiligung an TU-Projekt „DECIDE“

Grünwald I 03.06.2022

Menschen mit fortgeschrittener Demenz leiden oft an Unruhe, Schlafstörungen und Reizbarkeit. Ihnen werden deshalb überdurchschnittlich häufig dämpfende Medikamente verschrieben. Die Parkresidenz Helmine Held möchte für dieses komplexe Thema sensibilisieren und beteiligt sich deshalb als eine von rund 50 Senioreneinrichtungen und 10 Demenz-Wohngemeinschaften in Bayern an dem Projekt DECIDE der TU München.

Studien zeigen, dass nahezu die Hälfte der an Demenz erkrankten Heimbewohner dämpfende Psychopharmaka bekommen. „Ihr Einsatz ist bei diesem Krankheitsbild nicht immer zu vermeiden und kann bei Unruhe oder Aggressivität durchaus richtig und wichtig sein. Unser Ziel ist immer, die Beschwerden der Bewohner:innen zu reduzieren.", sagt Katharina Wernicke. „Durch unsere Beteiligung am DECIDE-Projekt (ReDuktion SEdierender PsyChopharmaka bei HeImbewohner:innen mit fortgeschrittener Demenz) möchten wir kritisch hinterfragen, ob Medikation und Dosierung auf Dauer die passgenaue Lösung ist oder ob hinter der problematischen Verhaltensänderungen andere Gründe wie Schmerzen oder Unter- bzw. Überforderungen stehen", so die stellvertretende Pflegedienstleitung der Grünwalder Senioreneinrichtung.

Arzneimittelchecks und Schulungen
DECIDE hat sich zum Ziel gesetzt, die Verschreibungshäufigkeit von dämpfenden Psychopharmaka bei demenziell erkrankten Heimbewohner:innen in Bayern nachhaltig zu reduzieren. Das vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geförderte Projekt steht unter der Leitung von Prof. Dr. Janine Diehl-Schmid. Die Leiterin des Zentrums für Kognitive Störungen an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München ist zudem Chefärztin am Zentrum für Altersmedizin am KBO-Inn-Salzach-Klinikum, Wasserburg. Diehl-Schmid und ihr Team kommen in die Einrichtungen, um den Pflegekräften einen Überblick über die demenziellen Erscheinungsformen und die Verhaltenssymptome zu geben. Bei den Informations- und Schulungsveranstaltungen sensibilisieren sie für den verantwortungsvollen Umgang mit dämpfenden Arzneimitteln. „Wir erfahren, warum es notwendig ist, regelmäßig zu überprüfen, ob die dämpfenden Arzneimittel reduziert oder sogar abgesetzt werden können", berichtet Wernicke. „Die Begleitung durch DECIDE ist sehr professionell und gibt uns Denkanstöße, unser pflegerisches Handeln zu reflektieren." Das Team von DECIDE nimmt zudem Arzneimittel-Checks für dementiell erkrankte Bewohner:innen vor, um die Verschreibungshäufigkeit sedierender Psychopharmaka in der Einrichtung zu erfassen. Daraus ableitend gibt DECIDE den behandelnde Ärzten Empfehlungen zur Medikation. „Durch die Checks werden zudem eventuelle Arzneimittelwechselwirkungen erkannt und wer von einer Reduktion der sedierenden Psychopharmaka profitieren könnte", berichtet Wernicke.

Mix aus Medikamenten und begleitender Therapie
„Die Pflege von Menschen mit Demenz ist eine Herausforderung. Das gilt für pflegende Angehörige genauso wie für Pflegeprofis", bestätigt Heidi Sogawe. In Seniorenheimen beträgt der Anteil der demenziell erkrankten Bewohner bis zu 75 Prozent, Tendenz bei zunehmendem Alter steigend. Die Leitung der Parkresidenz Helmine Held weiß, dass nicht nur ausschließlich Medikamente geeignet sind, um den Abbau der geistigen Fähigkeiten bei Demenz zu verlangsamen. „Wir setzen auf einen Mix aus Ergotherapie, körperlichen Aktivitäten, kognitiven und künstlerischen Anregungen wie Musiktherapie. Von der Beteiligung an DECIDE erhoffen wir uns zusätzliche positive Impulse, die wir zum Wohl für unsere Bewohner umsetzen können." Das groß angelegte Projekt mit Laufzeit bis Ende 2023 wird durch eine Telefonsprechstunde zur fachärztlichen Beratung bei der medikamentösen Behandlung von Demenz ergänzt. Es richtet sich nicht nur an professionell Pflegende und Mediziner, sondern leistet auch Unterstützung für Angehörige von Menschen mit Demenz sowie Netzwerkarbeit. DECIDE ist Teil der Bayerischen Demenzstrategie. Weiterführende Informationen, darunter auch eine Videovortragsreihe für Pflegefachkräfte, bietet die Projekt-Homepage.