Reutin

Von Kerala ins Westallgäu: Zwölf junge Menschen auf dem Weg in die Pflegeausbildung

Lindenberg I 27.08.2026

Ein Westallgäuer Empfangskomitee begrüßte am Münchner Flughafen zwölf junge Menschen aus Indien. Am 1. September beginnen sie ihre Ausbildung in Senioreneinrichtungen der Schwesternschaft München in Lindenberg und Reutin. Damit startet für sie ein neuer Lebensabschnitt – in einem neuen Land, mit einer neuen Sprache und einem gemeinsamen Ziel: Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann zu werden.

Am Münchner Flughafen herrscht zur bayerischen Ferienzeit reger Betrieb. Schulleiterin Isabella Zipper, Elvira Karg und Alexandra Kirchmann, Einrichtungsleitungen  des Seniorenheims Reutin sowie der Waldresidenz Lindenberg, haben sich dennoch auf den Weg ins Erdinger Moos gemacht – nicht, um selbst in den Urlaub zu fliegen, sondern um „ihre“ neuen Auszubildenden abzuholen. Zwölf junge Menschen, darunter drei Männer, sind aus Indien nach Deutschland gekommen, um ihre Pflegeausbildung in Lindenberg zu beginnen. Drei Jahre Theorie und Praxis liegen vor ihnen, bevor sie die Berufsbezeichnung Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann führen dürfen. Mit einem gemieteten Reisebus, viel Gepäck und zahlreichen neuen Eindrücken ging es nach der Ankunft zunächst von der bayerischen Landeshauptstadt ins Westallgäu.

Doch bevor die Ausbildung beginnt, stehen noch einige organisatorische Aufgaben an. Am Tag nach ihrer Ankunft ging es nach einem gemeinsamen Frühstück zunächst in die Kommunalverwaltung, um die notwendigen Meldeformalitäten zu erledigen. „Wir sind sehr froh, dass unser Pflegenachwuchs bereits eine Woche vor Ausbildungsbeginn einreisen durfte“, erzählt Isabella Zipper, Leiterin der Berufsfachschule für Pflege Lindenberg. Gemeinsam mit weiteren Schulleitungen der Schwesternschaft München war sie im Januar im südindischen Kerala gewesen. Dort unterzogen sich rund 100 Bewerberinnen und Bewerber einem ausführlichen Eignungstest. 49 von ihnen konnten anschließend ihren Vertrag mit der Schwesternschaft unterzeichnen. Ein Teil von ihnen absolviert seine Ausbildung bereits an den Berufsfachschulen für Pflege in Würzburg und München.

Die zwölf Neuankömmlinge im Westallgäu haben ihre Ausbildungsverträge mit der Waldresidenz Clementine von Wallmenich, dem Senioren- und Pflegeheim Reutin, der Hospitalstiftung Lindau sowie dem Pflegeheim Fink geschlossen. Dort werden sie den überwiegenden Teil ihrer praktischen Ausbildung absolvieren. Die theoretischen Inhalte vermittelt die Berufsfachschule für Pflege Lindenberg. Auch Elvira Karg freut sich über die Verstärkung für die Waldresidenz und das Senioren- und Pflegeheim Reutin. Die für beide Häuser zuständige Einrichtungsleitung konnte bereits in den ersten Stunden einen positiven Eindruck von den neuen Auszubildenden gewinnen. „Ich bin sicher, dass wir die richtige Wahl getroffen haben“, sagt sie angesichts der hochmotivierten jungen Menschen, die alle über eine B2-Deutschqualifikation verfügen. Mögliche sprachliche Herausforderungen nimmt Karg mit Humor: „Über Sprachbarrieren aufgrund des Allgäuer Dialekts helfen wir den jungen Leuten einfach gemeinsam.“

Nun freuen sich die Teams der Berufsfachschule und der beteiligten Pflegeeinrichtungen darauf, die zwölf jungen Menschen aus Südindien in den kommenden drei Jahren zu begleiten – fachlich, sprachlich und persönlich. Für die Neuankömmlinge beginnt damit ein ganz neuer Lebensabschnitt in einem neuen Land, einer neuen Sprache und dem Ziel eine qualifizierte Pflegefachkraft zu werden.

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