Schwesternschaft München

Proud to be a Nurse

München I 26.06.2026

In ihren Begrüßungsworten hob Generaloberin Caroline Vogt hervor, welche enorme fachliche, menschliche und gesellschaftliche Bedeutung Pflege habe. „Aus unserer über 150-jährigen Erfahrung als Pflegeorganisation wissen wir: Pflege braucht Kompetenz – aber auch Haltung, Selbstbewusstsein und Sichtbarkeit“, so die Vorstandsvorsitzende der Schwesternschaft München. „Die Profession Pflege hat als größte Berufsgruppe in unserem Gesundheitswesen das Potenzial, eine starke gestaltende Kraft zu sein. Nutzen wir dieses Potenzial – gemeinsam und mit klarer Haltung“, appellierte sie an die rund 90 Teilnehmenden.

Die nachfolgende Rednerin Rita Zöllner, Präsidentin der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB), verglich die Leistungen der Profession mit denen von Spitzensportlern, die alles aus sich herausholen. „Pflegefachkräfte geben alles, damit es den Menschen, die sie versorgen, bessergeht.“ Ebenso wie Claudia Hauck, Vorsitzende des Bayerischen Landespflegerats (BLPR), bestärkte sie die Anwesenden darin, auch berufspolitisch für die eigene Profession einzustehen. „Nehmen Sie Ihre Rolle selbstbewusst an und fordern politisch ein, was Sie benötigen, um qualitativ hochwertige Pflege leisten zu können“, forderte Hauck auf und wünschte eine erkenntnisreiche Veranstaltung.

Erkenntnisreich gestaltete sich der Tag definitiv. Dr. German Quernheim sensibilisierte die Teilnehmenden mit einem spannenden Mix aus Impulsvorträgen und Workshops für ihre professionellen Leistungen. „Diese dürfen und sollen sichtbar gemacht werden - verbunden mit der Fähigkeit, klare Grenzen zu setzen“, so der Trainer, Coach und Berater im Gesundheitswesen. Für ihn ist es essentiell, die Pflegefachkräfte weg von einer passiven „Opferrolle“, hin zu einem aktiven, gestaltenden beruflichen Selbstverständnis zu unterstützen. Die Kommunikation auf Augenhöhe, insbesondere im interprofessionellen Kontext, ist dabei Ausdruck beruflicher Souveränität. Quernheim versteht unter seinem Konzept des „Berufsstolzes in der Pflege“ kein allgemeines Zufriedensein im Beruf, sondern ein bewusstes, reflektiertes Selbstverständnis als professionelle Pflegefachkraft. Kurz gesagt: Berufsstolz ist bei Quernheim keine reine Emotion, sondern eine professionelle Haltung, die sich im täglichen Handeln zeigt.

„Das Seminar hat mich in meinem Berufsstolz bestätigt. Heute habe ich mir diesen Stolz wieder bewusstgemacht und ich fühle mich gestärkt für den Berufsalltag“, sagt Sorca Jevtic, die auf eine langjährige Tätigkeit als Stationsleitung im Rotkreuzklinikum München blickt. Ihre Kolleginnen Daniela Franz und Christine Schmieder pflichten ihr begeistert bei. „So ein Seminar sollte regelmäßig angeboten werden. Es unterstützt dabei, sich die eigene fachliche Kompetenz vor Augen zu führen und diese auch klar zu vertreten.“

Das Seminar „Berufsstolz in der Pflege“ ist Teil des Seminarangebots der InterDisziplinären Fortbildung IDF der Schwesternschaft. Ermöglicht wurde die Durchführung durch eine Zuwendung der B. Braun-Stiftung. Stefan Kolbert, Leiter der Stabsstelle Bildungsentwicklung, hat das Seminar gemeinsam mit dem IDF-Team organisiert. Für ihn ist klar: „Unsere innere Haltung prägt unser Auftreten. Und sie beeinflusst, wie Pflege in der Gesellschaft wahrgenommen wird.“ Diese Haltung und Berufsstolz bereits bei den Auszubildenden der Pflegeschulen der Schwesternschaft zu pflanzen, sieht der Pflegepädagoge als zentrale Aufgabe. „Berufsstolz sollte deshalb ein selbstverständlicher Teil professioneller Bildungsarbeit sein“, ist er mit der Vorstandsvorsitzenden Vogt einig und freut sich darauf, die Bildungsentwicklung der Schwesternschaft weiterhin voranzutreiben.

Das gesamte Seminarprogramm der InterDisziplinären Fortbildung IDF finden Sie hier.

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