Wir für den Menschen

Biografie-Arbeit in der Pflegeausbildung

München I 08.09.2021

Die generalistische Pflegeausbildung ist ganz schön vielseitig. Beim Thema "Biografie-Arbeit" lernten die Azubis nicht nur, ihren eigenen Lebenslauf zu reflektieren, sondern auch, wie man diese Kompetenz als professionelle/r Pflegefachfrau/-fachmann im Berufsalltag nutzen kann. 

Was hat Biografie-Arbeit mit Pflege zu tun, hat sich der eine oder andere Azubi unserer Berufsfachschule für Pflege München die letzten Tage gefragt. Im zweiten Theorieblock ihrer Pflegeausbildung stand genau diese Thematik zusammen mit der Lebensweltorientierung auf dem Stundenplan. Kursleitung Jennifer Gobbers hat sich dafür einiges einfallen lassen. Nach einem ersten gemeinsamen Brainstorming zur eigenen Biografie sollten sich die Auszubildenden Gedanken zum Verlauf ihres Lebens machen und eine Lebenslinie erarbeiten. Danach ging es in Kleingruppen in den Austausch. Schnell kristallisierten sich Gemeinsamkeiten und auch Unterschiede heraus – geboren in Deutschland oder einem anderen Land, aufgewachsen mit oder ohne Geschwister, Motive für die Berufswahl u.v.m. waren die diskutierten Punkte, die anschließend im Plenum vorgestellt wurden.

Danach wurde es richtig kreativ. Dabei geriet auch einiges an Flyern und Infomaterial der Schwesternschaft München vom BRK e.V. unter die Schere. Es entstand eine bunte Collage über die Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft der angehenden Pflegefachfrauen und –männer. Am Schluss waren sich alle einig, dass Biografie-Arbeit viel dazu beitragen kann, das eigene Leben aktiv zu reflektieren und sich bewusst mit den persönlichen Schwächen und Stärken auseinanderzusetzen. „Eine wichtige Kompetenz für Pflegefachkräfte, die auch den zu Pflegenden zu Gute kommt," sagt Gobbers. „Diese Herangehensweise schafft ein vertieftes Verständnis für das Gegenüber, seine Gefühle und sein Verhalten. Defizite und Ressourcen werden so erkannt und aktiv in den Pflegealltag eingebunden." Biografie-Arbeit ist nicht nur in der Pflege älterer Menschen ein wichtiger Baustein, sie wird auch mit Kindern und Jugendlichen professionell eingesetzt.