Wir für den Menschen

Lindenberger Pflegeschüler sammeln Gutes und Gesundes aus der Umgebung

Lindenberg I 09.10.2020

Was haben Hagebutten, Salbei und Johanniskraut auf dem Unterrichtsplan der Lindenberger Berufsfachschule für Pflege zu suchen? Wildkräuterexpertin Christine Giera beantwortet diese Frage und sammelt mit den Pflegeschülern Wildkräuter und Früchte, um sie zu gesunden und pflegenden Produkten weiter zu verarbeiten.

Die dreijährige Pflegeausbildung unterteilt sich in 2.500 Stunden Praxis sowie in 2.100 Stunden Theorie. Der Unterricht sieht nicht nur Lernfelder wie Anatomie, Krankheitslehre und Pflegeplanung vor, sondern auch das Thema „Pflege der eigenen Gesundheit". Dozentin Christine Giera ist davon überzeugt, dass kraftvolle Wildkräuter und Beeren aus der Natur einen wichtigen Beitrag dazu leisten können. Gemeinsam mit den Pflegeschülern des 2. Ausbildungsjahres durchstreifte sie die Umgebung der Rotkreuzklinik und sammelte, was in Wald und Flur Heilkräftiges zu finden war.

Unter der Anleitung der Kräuterkundigen vom Verein Allgäuer Kräuterland e.V. bereiteten die Azubis zurück im Klassenzimmer daraus einen Wildkräuter-Smoothie und Hagebutten-Butter. „Auf frischem Vollkornbaguette ein Genuss, dabei auch noch sehr Vitamin C-haltig und kalziumreich", weiß Giera. Der ebenfalls selbst hergestellte Johanniskraut-Balsam pflegt die Lippen. „Das hält sie auch bei trockener Heizungsluft geschmeidig", freuen sich besonders die Schülerinnen und versichern, dass der Balsam in die Kitteltasche der Dienstkleidung seinen Platz finden wird. Aus den gesammelten Malven stellte der Kurs ein Malven-Wasser her, das bei trockenem Husten eingesetzt werden kann. „Der Schleim der Malve wirkt reizlindernd und legt sich wie ein Schutzfilm auf die entzündeten Schleimhäute", erklärte die Kräuter-Fee. Mit dem einfach herzustellenden Salbei-Salz lassen sich nicht nur italienische Gerichte verfeinern. "Wer auf Salbei baut, den Tod nicht schaut, denn Salvare heißt heilen. Im Bereich Mund und Rachen ist Salbei eines der bewährtesten und natürlichsten Heilmittel. Gerade in der bevorstehenden Erkältungszeit kann man Salbei-Salz zum Inhalieren einsetzen", gibt sie den zukünftigen Gesundheits- und Krankenpflegern zur Pflege der eigenen Gesundheit mit auf den Berufsweg.

„Nur wer selbst gesund ist, kann andere professionell und qualifiziert pflegen. Das vermitteln wir unseren Auszubildenden mit einem Mix aus theoretischen Ausbildungsinhalten, vielseitigen Projekten und natürlich praktischer Anleitung. Das i-Tüpfelchen auf der ganzheitlichen Pflege sind alternative Anwendungen mit Kräutern und Aromaölen, die von den Patienten sehr geschätzt werden", betont Doris Polkowski. Das ändert sich auch mit der generalistischen Pflegeausbildung nicht, die an der Lindenberger Berufsfachschule seit 1. September angeboten wird. Die stellvertretende Schulleitung ist von den Vorteilen der neuen, ebenfalls dreijährigen Berufsausbildung überzeugt: „Sie ist EU-weit anerkannt, erhöht die Attraktivität der Ausbildung und eröffnet den Absolventen zusätzliche Wechsel- und Einsatzmöglichkeiten in alle Bereiche der Pflege."