Pflegefachhelfer-Ausbildung erstmalig gestartet

Würzburg I 18.09.2020

Seit September sind jetzt zwei Pflegeausbildungen in der bekannten Würzburger Berufsfachschule untergebracht. Unter einem Dach werden Pflegefachkräfte sowohl mit dreijähriger als auch mit einjähriger Ausbildungszeit unterrichtet. Pünktlich zum Schulbeginn starteten in der Kapuzinerstraße zum ersten Mal angehende Pflegefachhelferinnen und –helfer in die neue einjährige Pflegeausbildung.

Wer ist am schnellsten beim Beziehen von Patientenbetten? Mit einem kleinen Wettbewerb in der Bettenzentrale der Rotkreuzklinik lockte Julia Hock die anfangs noch schüchternen Auszubildenden schnell aus der Reserve. Nach vier Unterrichtstagen ist die Kursleitung voll des Lobes für den Klassenzusammenhalt ihrer 17 neuen Schüler, davon sieben männliche. „Die Vorbereitungsarbeiten für den zweiten Ausbildungszweig Krankenpflegehilfe haben uns gut beschäftigt. Corona kam als zusätzliche Herausforderung obendrauf", erzählt die Pflegepädagogin. „Dank guter Vororganisation und unserer jahrzehntelangen Erfahrung in der dreijährigen Ausbildung von Pflegefachkräften sind die ersten Tage gut gelaufen", sagt auch Stefan Kolbert mit Blick auf die bunt gemischte Klasse mit breitem Altersspektrum. „Wir haben eine Spannbreite vom Jugendlichen bis zur ältesten Auszubildenden, die bald 39 Jahre alt wird", so der Schulleiter.

Nach dem Crash-Kurs fühlen sich die angehenden Pflegehelfer gut gerüstet für ihre Praxiseinsätze. Patientenlagerung, Unterstützung bei der Körperpflege, Betten beziehen und natürlich Hygiene- und Schutzmaßnahmen standen auf dem Programm des sogenannten fachpraktischen Unterrichts. „Das war super und hat viel Spaß gemacht. Jetzt wissen wir besser, was in der Praxis auf uns zukommt und können in der Klinik das Gelernte schon anwenden", ist der Kurs einer Meinung. Für das Lehrerteam ist das positive Feedback zu den Einführungstagen eine Bestätigung, mit der neuen Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. „Die einjährige Pflegefachhilfeausbildung bietet einen tollen Einstieg in den Pflegeberuf", ist Kolbert überzeugt. Prüflinge mit erfolgreichem Abschluss können eine Ausbildung zum Pflegefachmann/-fachfrau anschließen. „Gerne bei uns in der Kapuzinerstraße", so der Schulleiter.

Doch davor geht es jetzt erst einmal in die Klinik. Zum Wochenbeginn begleiteten die Pflegepädagogen die „Neuen" auf ihre Stationen, wo sie herzlich begrüßt wurden. Vier der Azubis starteten in der Rotkreuzklinik in die praktische Ausbildung, zwei im BRK-Altenheim, acht im Uniklinikum Würzburg und drei in der Rotkreuzklinik Wertheim. „Dort werden sie das gesamte Ausbildungsjahr über bleiben, jedoch ein bis zwei Mal zwischen den Stationen wechseln", erklärt Kursleitung Hock. „Es ist geplant, dass sie nach drei Wochen wieder zum theoretischen Unterricht kommen. Wir hoffen sehr, dass uns Corona keinen Strich durch die Rechnung macht. Obwohl wir den Kurs bereits in die schuleigene E-Lernplattform Moodle eingeweiht haben, ist Präsenzunterricht natürlich die von allen bevorzugte Variante." Das Schulteam ist davon überzeugt, dass die neue, in der Mainmetropole einzigartige Schule nicht nur für jugendliche Schulabsolventen interessant ist. „Auch für Wiedereinsteiger, Umschüler oder nach einer Familienphase kann die einjährige Ausbildung vielseitige Karrierechancen eröffnen", versichert Schulleiter Kolbert. „Und eine Ausbildungsvergütung von rund 1.000 Euro kann sich darüber hinaus sehen lassen."