Wir für den Menschen

Pflegeforschung in der Ausbildung – verständlich und greifbar gemacht

Lindenberg I 25.11.2019

Die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege ist vielseitig. In der Theorie beschäftigen sich die Auszubildenden nicht nur mit Krankheitsbildern und Anatomie – auch verschiedene Projekte stehen auf dem Lehrplan. So sollen sich die Auszubildenden im dritten Ausbildungsjahr mit dem Bereich Pflegeforschung beschäftigen. Dazu zählen nicht nur die Formulierung interessanter Forschungsfragen, sondern auch die Wahl der passenden wissenschaftlichen Methodik und die anschließende Präsentation.

Der Ausbildungskurs E'17 unserer Berufsfachschule Lindenberg befasste sich mit einem breiten Spektrum an pflegewissenschaftlichen Fragestellungen: Von der Bewertung der umliegenden Kliniken durch die Bevölkerung über den Wissensstand der Allgemeinheit zur Pflegeprofession bis hin zu einer Evaluation des Betrieblichen Gesundheitsmanagements der Rotkreuzklinik Lindenberg reichte die Spannweite in den Kleingruppen. Die Schülerin Daniela Otsokolich interviewte in einem Einzelprojekt Praxisanleiterinnen zu ihrer beruflichen Rolle angesichts der bevorstehenden generalistischen Pflegeausbildung. Otskolich zog in ihrem Forschungsprojekt unter anderem das Resümee, dass die EU-weite Anerkennung der generalistisch ausgerichteten Pflegeausbildung eine Erweiterung und Flexibilisierung des Arbeitsmarktes mit sich bringen wird.

Mithilfe von qualitativen und quantitativen Fragen befasste sich eine der Kleingruppen mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) der Rotkreuzklinik Lindenberg. Im Auftrag der Klinikleitung erforschten sie neben der Erhebung von statistischen Daten (Berufsgruppe, Kursbelegung, Informationsquelle etc.) den Benefit der Klinikmitarbeiter am BGM und sammelten Verbesserungsvorschläge für die Gestaltung des künftigen Kursangebots. „Wir haben immer gedacht, Pflegeforschung wäre trocken und schwer verständlich", sagen die Schüler rückblickend. „Die Projektarbeit über die Rotkreuzklinik war jedoch sehr nah an der Praxis. Wir sind ein bisschen stolz, dass wir mit unseren Ergebnissen dazu beitragen, das BGM noch interessanter und besser für die Mitarbeiter zu gestalten", ist sich die Gruppe einig.

Für Pflegepädagogin Rita Goldbrunner sind pflegewissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden in der Ausbildung eine wichtige Voraussetzung für einen reibungslosen Theorie-Praxis-Transfer. „Wissenschaftliche Theorien und Forschungsergebnisse finden ihren Niederschlag in der Pflegepraxis", erklärt Goldbrunner. „Wir bilden professionelle Pflegekräfte aus. Die Projektarbeiten zeigen, dass sich die Schüler in der dreijährigen Ausbildung die Fähigkeit erarbeitet haben, ihr pflegerisches Planen und Handeln stets nach den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten."