Wir für den Menschen

Projektwoche „Schüler leiten eine Station“

Wertheim I 20.12.2021

Am Montag um 6 Uhr war es so weit: Pflegeschülerinnen und -schüler übernahmen auf der Station 2a in der Rotkreuzklinik Wertheim das Kommando. Eine Woche lang wurde die Internische Abteilung der Leitung von Azubis überlassen. Den angehenden Gesundheits- und Krankenpflegekräften standen dabei erfahrene Praxisanleiterinnen zur Seite, die Verantwortung für die Station aber lag während der Projektwoche bei den Schülern. Rund um die Uhr stemmten und koordinierten die Azubis alle Stationsabläufe von der Patientenbetreuung über die Planung und Dokumentation bis hin zur Übergabe bei Dienstschluss. Ins Leben gerufen wurde das Projekt ‚Schüler leiten eine Station' vor fünf Jahren von den Praxisanleitern der Rotkreuzklinik Wertheim, seither nimmt der Examenskurs der Berufsfachschule für Pflege Wertheim wenige Monate vor den dreiteiligen Abschlussprüfungen die Gelegenheit wahr, sich im echten Stationsbetrieb zu erproben.

„Es war ganz schön viel los. Die Station mit ihren 40 Betten war voll", blickt Judith Flegler auf die sechs Projekttage zurück. Die 22-Jährige hatte zusammen mit ihrer Stellvertretung Tabea Stahl die Stationsleitung übernommen. Sie beide sind voller Respekt für die Leistung der ‚echten' Stationsleitungen. „Die ganzen organisatorischen Aufgaben neben den pflegerischen Tätigkeiten am Patienten zu bewältigen, ist eine Herausforderung." Den Dienstplan für die Projektwoche hatte Judith im Vorfeld bereits zusammen mit Kurskolleginnen und Praxisanleiterin Alexandra Weidinger-Sans geschrieben. Pro Schicht waren neben den Examensschülern jeweils zwei Praxisanleiter eingeteilt, um bei Bedarf mit Rat und Tat zu unterstützen. Den Nachtdienst übernahmen jeweils zwei Azubis gemeinsam mit einer ausgebildeten Pflegefachkraft.

Notfallsituationen, wie etwa die akute Verschlechterung des Allgemeinzustands eines Patienten, gehören mit zum Pflegealltag. „In solchen Situationen waren wir sehr froh, dass die Praxisanleiter als Back-up für uns da waren und mit uns gemeinsam alles Erforderliche in die Wege geleitet haben", erzählt Judith. Bei der Nachbesprechung attestierte Weidinger-Sans den Azubis besonnenes, situationsgerechtes Verhalten: „Ihr habt die Chance, noch im geschützten Rahmen der Ausbildung praktische Erfahrungen unter nahezu realen Bedingungen zu sammeln, hervorragend genutzt und euch bewiesen."

Auch Karin Schöllig, außerhalb der Projektwoche Stationsleitung der Station 2a, ist überzeugt, dass alle Beteiligten profitieren, wenn sich angehende Pflegekräfte im Echtbetrieb erproben können. „Wir halten das Projekt für einen wichtigen Bestandteil der Ausbildung, da die Schülerinnen und Schüler neben praktischem Wissen viel Bestätigung durch die Patienten und ein positives Gefühl aus der Woche mitnehmen. Wir drücken schon jetzt die Daumen für die Abschlussprüfungen – und hoffen natürlich, dass sich die eine oder der andere von den 20 Absolventen für einen Start in die Pflegekarriere in der Rotkreuzklinik Wertheim entschließt.